Über uns...

"Es ist merkwürdig, dass die Fliegerei, die jüngste und modernste Tätigkeit, einen in Kontakt mit den Elementen zurückführt."
Anne Morrow Lindbergh

 

Das Fluggelände

Das Fluggelände Eisberg befindet sich etwa in der Mitte des Dreiecks Dottingen, Münsingen und Steingebronn auf 725 Meter über dem Meeresspiegel im geographischen Zentrum der Schwäbischen Alb. Kennzeichnend für dieses Mittelgebirge mit mildem Reizklima ist seine typische Landschaft -Wacholderheide, Mischwälder, schroffe Felswände, weite Hochflächen und eine vielfältige Tier- und Pflanzenwelt. Durch abgesperrte Betriebsflächen auf dem Fluggelände erfahren seltene Pflanzen und Tierarten hier besonderen Schutz.

Diese Naturschätze einer idyllischen Karstlandschaft und die zentrale Lage machen die Mittlere Schwäbische Alb zum idealen Ausgangspunkt für Wanderungen und Ausflüge in eine abwechslungsreiche Umgebung.

 

Luftsportverein Münsingen-Eisberg

Segelfluggelände Dottingen

72525 Münsingen

Telefon 07381-8466
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www.lsv-muensingen.de
Mitglied im BWLV Baden-Württembergischen Luftfahrtverband e.V. und im DAeC Deutscher Aero Club e.V.


ZurThermik

Die Energie, die diesen Mechanismus der Thermik in Gang setzt, stammt von der Sonne. Sie erwärmt die Luft indirekt über dem Erdboden, der einen Tee seiner Wärme an die darüber liegende Luft abgibt und aufsteigen lässt. Üer trockenen Böden - wie über der hügeligen und aus Kalkstein bestehenden Schwäbischen Alb entsteht warme Luft schneller und schafft somit sehr gute Aufwindbedingungen. Das systematische Ausnutzen dieser thermischen Aufwinde mit Segelflugzeugen ist erst seit den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts bekannt.

Der Flugpionier Wolf Hirth aus Kirchheim/Teck entwickelte die Steilkreistaktik, die bis heute auf der ganzen Welt das Segelfliegen prägt. In der aufsteigenden Warmluftblase mit bis zu 500 Meter großem Durchmesser kreist der Segelflieger und kann so bis auf über 4000 Meter über Grund mit seinem Segelflugzeug steigen. Unter einer Wolke angekommen, kann er in den Gleitflug übergehen und auf Suche zum nächsten Aufwind gehen.

Dass die steil abfallende Albkante bei Wind ein hervorragendes Segelfluggebiet ist, wurde und wird reichlich genutzt. Mit Entdeckung der Thermik war derSegelflug aber nicht mehr nur an Albhänge gebunden.

"Fliegen, das bedeutet für mich das Losgelöstsein von Erde, das Erhobensein in eine Atmosphäre, in der man sich frei fühlt, zugehörig zu den Elementen. Es ist mehr als nur das Bewusstsein, getragen zu sein von einer motorischen Kraft, deren Energien der Flieger selbst bestimmt und kontrolliert"

Heinz Rühmann

 

Segelfliegen ist Teamsport

Die Zeiten wagemutiger Flugpioniere und halsbrecherischer Versuche mit einfachen Holzkonstruktionen sind vorbei. Namen wie Otto Lilienthal, Willi Pelzner, Bruno Poelke und Wolf Hirth stehen für waghalsige Flugmanöver mit einzigartigen Konstruktionen Ende des 19. und Anfang 20. Jahrhunderts. Nur wenige Minuten dauerte einst der Flug des Piloten, der auf einem "Besenstiel" meist mit Hilfe seiner Kameraden und eines Gummiseils in die Luft befördert wurde. Später kam zur Bauweise in Holz und Stoffbespannung Kunststoff hinzu. Die Flugzeuge nahmen langsam Gestalt an - mit bespanntem Rumpf und Flächen. Aus Kunststofftechnik mit Glas- und Kohlefasern bestehen die modernen Segelflugzeuge unserer Zeit, ausgerüstet mit neuesten Instrumenten und satellitengesteuerten Navigationsgeräten. Verantwortlich für den Fortschritt im Segelfliegen ist der Mensch - die Piloten mit Mut, fliegerischem Können und Einsatzbereitschaft, die Meteorologen mit Wettersatelliten und die Ingenieure mit der Umsetzung fliegerischer Erkenntnisse in Konstruktionsverbesserungen. Was aber geblieben ist, ist der Idealismus der Piloten, die im fliegerischen Erleben die Welt in einer anderen Dimension in sich aufnehmen.

 

Ausbildung im Verein

Wer am Fliegen interessiert ist und es erlernen will, der kann als Vierzehnjähriger mit der Segelflugausbildung beginnen. Ungefähr eineinhalb bis zwei Jahre dauert es vom ersten Start mit dem Fluglehrer bis zur praktischen Prüfung.

Für die Schulung im Verein stehen in der Regel die Wochenenden und Feiertage von Frühjahr bis Winteranfang zur Verfügung. Darüber hinaus organisieren die Flugschüler zusammen mit Fluglehrern und Mitgliedern Fliegercamps am eigenen oder auf fremden Plätzen. Dies ermöglicht eine intensive Ausbildung, denn zumindest in diesem Zeitraum kann täglich geflogen werden. Vorausgesetzt das Wetter spielt mit. Ehrenamtliche Fluglehrer - im Jubiläumsjahr sind es sieben - bilden die Jugendlichen in Theorie und Praxis für Segelflug, Motorsegler, Motorflug und Ultraleicht
aus.

Im Sommer steht der praktische Teil "das Fliegen" an. Bis zum ersten Alleinflug sind im Durchschnitt circa 50-80 doppelsitzige Schulflüge gemeinsam mit dem Fluglehrer an der Winde oder im Flugzeugschlepp erforderlich.

Unterricht und Prüfung in der Theorie sowie Sprechfunkzeugnis werden im Winter absolviert. Die theoretischen Fächer sind Luftrecht, Navigation, Technik, Meteorologie, Aerodynamik, Verhalten in besonderen Fällen und Menschliches Leistungsvermögen.

Nach der Theorieprüfung in der Winterpause werden die fliegerischen Fähigkeiten in der zweiten Saison erweitert und gefestigt. Nach einer reellen Ausbildung mit einem abschließenden 50-Kilometer-Streckenflug steht der praktischen Prüfung drei Flüge mit dem Prüfer nichts mehr im Wege. Bei 16 Jahren liegt das Eintrittsalter für die Ausbildung zum Motorseglerführer, Motor- und Ultraleichtflugzeugführer.

Individuell werden hier zwischen Flugschüler und Fluglehrer die Ausbildungszeiten abgesprochen und geregelt. Die praktische Ausbildung für den Motorflugschein erfolgt auf Flugplätzen in der Umgebung. Den Schein erhält man nach erfolgreich abgeschlossener Prüfung mit 17 Jahren.


"Wer je mit reinen Sinnen für Schönheit der Natur ... die Schwäbische Alb bestiegen hat, dem wird die Erinnerung eines solchen Anblicks unter die lieblichsten der Erde gehören. Man denke sich eine Kette von Gebirgen, die von der weitesten Entfernung, dem Auge kaum erreichbar, durch alle Farben einer herrlichen Beleuchtung von sanftem Grün, durch alle Nuancen von Blau, am Horizont sich hinzieht, bis das dunkle Grün der näher Hegenden Berge mit seinem sanften Schmelz die Kette schließt."

Wilhelm Hauff aus dem Roman "Lichtenstein", 1826

 

Mit dem "Albteufel fing es an

Im Jahr 1931 taten sich einige flugbegeisterte Idealisten zusammen und gründeten die Uracher Fliegergruppe, Ihr selbstgebautes Flugzeug H I namens "Albteufel" erhob sich am I. September 1932 zum ersten Mal in die Lüfte. 2006 blickt der Luftsportverein Münsingen-Eisberg auf 75 Jahre Vereinsgeschichte zurück. Starts auf den unterschiedlichsten Plätzen entlang der Albkante bis zum Verbund mit anderen Vereinen, Namensänderungen und Mitgliederwechsel prägten den Verein. Höhepunkt war aber die Genehmigung des Fluggeländes bei Dottingen im Jahr 1967. Damit kamen auch Jahre mit vielen Arbeitsstunden für Flugzeughallenbau, Anschluss an die Infrastruktur und Flugplatzerweiterung auf die Mitglieder zu. Im Jubiläumsjahr liegt deren Zahl über 50 Mitglieder. Ihnen steht ein Flugzeugpark mit zehn Segelflugzeugen, drei Ultraleicht-Flugzeugen, ein viersitziges Motor- und Reiseflugzeug des Typs ,,Jodel Robin Remoqueur 400/200" und ein zweisitziger Reise-Motorsegler "Super-Dimona" zur Verfügung.

Mehrere Mitglieder erzielten und erzielen bis heute fliegerische Erfolge bei regionalen, überregionalen und internationalen Wettbewerben und Meisterschaften. In den Flugbüchern verzeichnet sind auch viele nationale Segelflug- und Streckenrekorde.

 

Segelfluglehrer Jörg Betzler

nahm zum ersten Mal 1958 Kontakt zum damaligen Luftsportverein Urach auf. Er erinnert sich, wie das von Mitgliedern gebaute zweisitzige Segelflugzeug des Typs "Doppel-Raab" in Einzelteile zerlegt mit der Dettinger Segelflugwinde von der Werkstatt zum Flugplatz transportiert wurde. "Von uns hatte damals noch keiner ein geeignetes Auto. Wir saßen alle hinten auf der Dettinger Winde. Wer nicht pünktlich am frühen Sonntag um sieben Uhr an der Werkstatt war, hatte Pech gehabt."

"Damals gab es viele Flugplatzwechsel, weil wir noch keinen eigenen hatten: Breithülen, Grabenstetten, Kossfeld, Übersberg. Später gab es dann einen VW-Mannschaftsbus und einen als Winde umrüstbaren Buick. Er wurde hinten aufgebockt, die Hinterräder durch Keilriemenscheiben ersetzt, welche die im Kofferraum befindliche Seiltrommel antrieben."

Betzler machte seinen ersten Alleinflug 1961 auf dem Hayinger Segelflugplatz, der von den Uracher Fliegern in dieser Zeit mit benutzt werden durfte. Der Vorteil war, den ,,Doppel-Raab" auf einem Hänger im Schuppen abstellen zu können. Ein großer Nachteil dagegen war die für damalige Verhältnisse weite Anreise.

Hermann Wendler und der Münsinger Peter Schwenk machten sich 1966 zusammen für den Eisberg bei Dottingen als Fluggelände stark. Ein Jahr später erteilte das Regierungspräsidium die Zulassung als Segelflugplatz. Schwenk war zu der Zeit aktiver Flieger im Verein und nutzte den neuen Platz kurz darauf für den Start zu seinem ersten Auslandsflug. Mit Vereins-Motorsegler ,,B-Falke" und Vereinsmitglied Siegfried Göbel als Copilot machte er sich auf den Flug nach Varazcin im ehemaligen Jugoslawien. Ohne englisches Sprechfunkzeugnis, dafür unter hundsmiserablen Wetterbedingungen über den Alpen nahmen sie große Umwege und allerhand Abenteuer in Kauf.

Nach der Idee und unter Federführung des Mitglieds Armin Eppinger entstand zum ersten Mal die Organisation eines

Oldtimer- und Dampfmaschinenfests

am 1. Maifeiertag 1984 auf dem Eisberg.

"Wir wollten ein lebendiges Museum mit Technik zum Anfassen mit allem, was unter Dampf steht."

Im Jubiläumsjahr 2006 stieg das Fest zum 22. Mal. Nicht mehr nur auf Dampfmaschinen beschränkt, präsentieren inzwischen mehr als 600 Aussteller geschichtsträchtige und vor allem funktionstüchtige Fahr- und Flugzeuge -viele zehntausend Kubikzentimeter Hub und tausende Pferdestärken für eine Teilnahme ohne Startgeld, aber mit Vesper, Getränk und Urkunde. Die Besitzer der mindestens 30 Jahre alten Gefährte treten den Beweis für das Funktionieren beim Fahrzeugkorso auf der Piste an.

Traktoren, Unimogs, Busse und Lastkraftwagen mit Holzvergaser drehen dann ihre Runden - Lanz neben Güldner und Hoider, Deutz zwischen Mercedes und MAN. Elegant-komfortable Nostalgiekarossen von Austin Jaguar, Maybach und Citroen glänzen neben klassisch-schönen Sportflitzern von Fiat, Mercedes und Porsche.

Bei den Motorrädern tauchen Herstellernamen auf wie Miele, Zündapp, NSU und Motorenwerke Zwickau. Mit seiner aus dem Jahr 1880 stammenden Dampfmaschine war Kar! Rempiss aus Wolfschlugen bereits mehrere Male auf dem Eisberg. Der Tüftler bastelte rund zehn Jahre an Kupferteilen und Kolben, bis sie endlich lief.

Das Eisberggelände als Ausflugsziel wählen je nach Wetterlage auch Piloten von motorgetriebenen Doppel-, Tief- und Schulterdeckern. Dabei waren unter anderem eine SIPA 903 Baujahr 1951,YAK 52 und PIPER PA18.